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Recherche & Schreiben

KI-Werkzeuge beim Schreiben: Eigenleistung und Transparenz sichern

Schreibarbeitsplatz mit eigenem Textentwurf, Prüfliste und neutralem Assistenzfenster ohne lesbaren Inhalt.

Ein KI-Werkzeug verändert nicht automatisch die Verantwortung für einen wissenschaftlichen Text. Bevor es im Schreibprozess eingesetzt wird, muss klar sein, welche Aufgaben im konkreten Auftrag erlaubt sind und wie die Nutzung kenntlich gemacht werden soll. Eine technisch mögliche Funktion ist nicht schon eine zulässige Arbeitsweise.

Den tatsächlichen Rahmen vor der Nutzung klären

Prüfen Sie Aufgabenstellung, Prüfungs- oder Publikationsvorgaben und die Hinweise der zuständigen Einrichtung. Fragen Sie bei Unklarheiten konkret nach einer geplanten Tätigkeit, etwa sprachlicher Rückmeldung oder Unterstützung bei einer Gliederungsprüfung. Eine pauschale Aussage über alle Hochschulen oder alle Werkzeuge wäre dafür keine verlässliche Grundlage.

Aufgaben und eigene Verantwortung trennen
Tätigkeit Möglicher Zweck Notwendige Prüfung
Ideensammlung Vorschläge für mögliche Perspektiven Selbst auswählen und nicht als recherchierten Befund ausgeben
Sprachliche Rückmeldung Unklare Stellen im eigenen Entwurf erkennen Bedeutung jeder Änderung selbst prüfen
Quellenarbeit Behauptungen und Nachweise bearbeiten Tatsächliche Originale lesen und Angaben verifizieren
Methodik und Ergebnis Wissenschaftliche Entscheidungen treffen Eigenen begründeten Arbeitsweg nachvollziehbar halten

Vorschlag und Beleg niemals verwechseln

Ein plausibel formulierter Absatz oder eine vollständig aussehende Quellenangabe wird nicht ungeprüft übernommen. Prüfen Sie, ob das genannte Dokument tatsächlich existiert und die konkrete Aussage trägt. Auch eine sprachliche Änderung kann eine Einschränkung entfernen oder einen Zusammenhang stärker darstellen. Die inhaltliche Verantwortung bleibt im eigenen Arbeitsprozess sichtbar.

  • Nur Aufgaben nutzen, die zum geklärten Rahmen passen.
  • Keine fremden vertraulichen Daten oder unveröffentlichten Materialien unüberlegt eingeben.
  • Relevante Nutzung und eigene Entscheidungen passend dokumentieren.
  • Übernommene Änderungen am Original und an der Fragestellung prüfen.

Die DFG-Leitlinie zur Dokumentation betont nachvollziehbare Informationen über das Zustandekommen wissenschaftlicher Ergebnisse. Daraus folgt hier keine pauschale Freigabe eines Werkzeugs. Für die eigene Arbeit ist es aber ein sinnvoller organisatorischer Ausgangspunkt, erlaubte Hilfsmittel, tatsächlich genutzte Funktionen und eigene Bearbeitungsschritte verständlich auseinanderzuhalten.

Eine kleine Nutzungsnotiz führen

Halten Sie fest, welche Funktion für welchen eigenen Textschritt verwendet wurde und was Sie danach selbst geprüft oder verworfen haben. Der erforderliche Umfang richtet sich nach den maßgeblichen Vorgaben. Eine nachträglich allgemein gehaltene Erklärung ist weniger aussagekräftig als ein tatsächlich nachvollziehbarer Ablauf. Behaupten Sie keine Eigenleistung, die nicht erbracht wurde.

Häufige Fragen

Darf ich KI für jede Hausarbeit einsetzen?

Das lässt sich nicht allgemein beantworten. Maßgeblich sind der konkrete Auftrag und die zuständigen Vorgaben; unklare Tätigkeiten werden vorher geklärt.

Ist eine erzeugte Quellenliste schon Recherche?

Nein. Relevante Dokumente müssen tatsächlich gefunden, gelesen und auf ihre Eignung geprüft werden.

Muss ich jede kleine Nutzung dokumentieren?

Der verlangte Umfang hängt vom Rahmen ab. Klären Sie die Vorgaben und halten Sie die tatsächlich relevante Nutzung nachvollziehbar fest.

Warum muss ich sprachliche Vorschläge prüfen?

Weil eine flüssigere Formulierung den Sinn verändern kann. Besonders Einschränkungen, Bezüge und die Stärke einer Aussage dürfen nicht unbemerkt verloren gehen.

Allgemeiner Bezug zur Nachvollziehbarkeit: DFG-Leitlinie 12: Dokumentation.